Lost in EUrope

Der EU-Blog aus Brüssel

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    There will be blood

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    So sieht laut BILD die neue EU-Führung aus - ziemlich hässlich...

    Plötzlich macht sich wieder Optimismus in der Eurozone breit. Denn scheinbar sind EZB-Chef Draghi und Bundeskanzlerin Merkel bereit, nach der geplanten Änderung des EU-Vertrags flexibler - sprich: offensiver - mit der Schuldenkrise umzugehen. Doch bisher ist das nur eine vage Hoffnung. Zudem sagt Merkel selbst, dass die Krise noch Jahre dauern wird - kommen nun Blut, Schweiß und Tränen? 

    Draghi hatte am Donnerstag vor gähnend leeren Rängen im Europaparlament erklärt, wenn die Politik ihre Hausaufgaben mache und einen „Fiscal compact“ verabschiede, sei die EZB bereit, ihren Teil zur Lösung der Schuldenkrise zu tun. Entscheidend sei die Reihenfolge, so Draghi - was die britische FT so deutet, dass nach einer EU-Verträgsänderung à la Merkel Platz wäre für mehr EZB-Intervention in den maroden Anleihemarkt.

    Merkel wiederum sagte in ihrer ziemlich nichtssagenden Regierungs-Erklärung, die EZB sei unabhängig - was Optimisten etwa in der Süddeutschen Zeitung so deuten, sie dürfe während der Arbeiten am EU-Vertrag schon mal mehr Staatsanleihen kaufen. Was die SZ verschweigt: Die eiserne Kanzlerin schwört die Europäer auf eine jahrelange Krise ein - wie zuvor schon Frankreichs Staatschef Sarkozy in seiner Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede in Toulon.

    „Wir werden leiden“, hatte Sarkozy unerblümt erklärt, und nichts anderes bedeutet auch die per Vertragsänderung verordnete Rosskur der Kanzlerin: ein knallhartes Austeritätsregime, in dem so genannte Stabilitätswächter (die EU-Kommission? unabhängige Experten? das bleibt noch zu entscheiden) unter dem unerbitterlichen Auge der Märkte immer neue Sparprogramme und Sozialkürzungen verordnen. Wohin das führt, kann man bereits in Griechenland besichtigen...

    Gewiß, noch hofft Sarkozy, Merkel zu einer Gegenleistung bewegen zu können. Eurobonds dürften dies angesichts der knallharten Ablehnung in Berlin wohl nicht sein, vielleicht aber ein Europäischer Währungsfonds mit etwas mehr Solidarität. Doch das Grundproblem bleibt bestehen: Europa schlittert unter deutscher Führung immer tiefer in die Rezession, was zu neuen Banken- und Staatspleiten führen dürfte - und die Flucht aus dem Euro weiter anheizt.

    Gleichzeitig verweigert Merkel alles, was die Spekulation gegen Europa und seine Staaten in die Schranken weisen könnte. Da die Märkte schon jetzt am Rande des Zusammenbruchs stehen (siehe mein Eintrag „Angst fressen Euro auf“) ergibt sich eine hochexplosive Mischung, die manche schon an die 20er Jahre erinnert.

    There will be blood - aber das macht nichts, danach geht es uns allen wieder besser, und der Euro wird endlich stabil sein. Dies ist, wenn ich es richtig verstehe, die bizarre frohe Botschaft dieses Tages...

     

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    Tags » Eurokrise Merkel Sarkozy Draghi Blut Schweiß und Tränen
    • 2 December 2011
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  • Eric B.'s Posterous

    Seit 2004 verfolge ich Höhen und Tiefen der Europapolitik aus Brüssel - zunächst für das "Handelsblatt", dann als freier Journalist. Zuvor war ich als Reporter in Paris und lernte die französische Sicht auf Europa und die Welt kennen. Ich war dabei, als der Euro aus der Taufe gehoben wurde und als Frankreich den Fußball-Weltmeister-Titel holte - quelle aventure!

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    Seit 2004 verfolge ich Höhen und Tiefen der Europapolitik aus Brüssel - zunächst für das "Handelsblatt", dann als freier Journalist. Zuvor war ich als Reporter in Paris und lernte die französische Sicht auf Europa und die Welt kennen. Ich war dabei, als der Euro aus der Taufe gehoben wurde und als Frankreich den Fußball-Weltmeister-Titel holte - quelle aventure!

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